Ein Pseudonym?
Ja, selbstverständlich ist Tyra Kaminski ein Pseudonym. Denn wer schreibt schon Erotische Lektüre unter seinem eigenen Namen? Was sollen die Leute, die Nachbarn, die Freunde, die Familie denken?
Mein Name ist Marion Lembke. Ich bin Autorin & Freie Lektorin. Und ich schreibe Erotische Literatur.
Solange einem derartige Gedanken durch den Kopf gehen, sollte man etwas anderes schreiben. Denn wenn man nicht zu seiner Schreibe stehen kann, dann schreibt man auch nicht authentisch. Dies bedeutet nun nicht, man solle über das schreiben, was im heimischen Schlafzimmer oder wo auch immer vor sich geht. Denn genau das ist es ja, was die Leute vermuten und einen Autoren die Schamesröte ins Gesicht fahren lässt und ihn zur Heimlichkeit verurteilt.
Sex ist meines Erachtens ein ganz natürlicher Bestandteil des Lebens. Und wie es in allen Bereichen des Lebens verschiedene Geschmäcker, Vorlieben und Talente gibt, so auch beim Sex. Sex gepaart mit Liebe hat oft heilende, ja manchmal sogar therapeutische Wirkung.
Wieso dann aber ein Pseudonym?
Tyra ist für mich keine Maske sondern eher eine liebe Freundin, von der ich viel gelernt habe. Jeder Autor weiß, wie lebendig seine Figuren werden und auch ein Eigenleben entwickeln können. Tyra ist so eine Figur. Von ihr lernte ich im Verlaufe von über 1000 Seiten sehr viel. Aber es gibt auch einen ganz realen Ansatz für ihre Existenz:
SPT - Surrogate Partner Therapie / Ersatzpartnertherapie ist eine in den USA von etwa einhundert Therapeuten erfolgreich angewandte und noch recht neue Methode, um dem emotional unfähigen oder traumatisierten Patienten ein normales, erfülltes Sexualleben zu ermöglichen, und die Fähigkeit zu fördern, eine harmonische, angstfreie Bindung einzugehen.
Ein Ersatzpartner führt den Patienten hierbei, in Abstimmung mit einem Psychologen, Schritt für Schritt zu einem normalen Leben. Dabei kommt es gewollt zu sexuellen Kontakten, die von zärtlichen Berührungen bis hin zum Beischlaf reichen.
Manchmal verlieben sich Patient und Therapeut auch ineinander. Dies bedeutet keineswegs den Abbruch der Therapie, sondern wird in die Ersatzpartnerschaft integriert, denn auch das Lösen einer Beziehung, der Verlust eines geliebten Menschen, gehört zur Liebe.
Die Therapeuten prostituieren sich nicht und kommen selten aus dem Milieu. Sie leben größtenteils in normalen Partnerschaften, haben Familie und sind angesehene Mitglieder der Gesellschaft.
Erstaunlich, oder?
Danke, Tyra.







