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Kategorie: Gott, Engel, Religion & Ich

Gott, Engel, Religion & Ich: Gott

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Gibt es einen Gott?

„Hm …“, hätte ich vor einiger Zeit noch geantwortet und mich auch genau so gefühlt. Unsicher zwischen Leugnen und Zugeben. Man will ja nichts Falsches sagen. „Irgendwas ist da – aber ganz sicher kein alter Mann mit wallendem weißen Haar und Rauschebart.“ In letzterem Punkt war ich mir immer sehr sicher. Denn dieser Herr lebt am Nordpol und hört auf den Namen Weihnachtsmann. Okay, das ist eine andere Geschichte.

Wie gut, dass im Himmel Humor herrscht, das hat mich letztendlich von der Existenz einer Macht überzeugt, die doch mehr ist als „nur“ ein nichtdenkendes, nichtfühlendes, fast maschinell anmutendes Universum, das bedenkenlos ausgesprochene Wünsche manifestiert und bei dem das kleine unscheinbare Wörtchen „Nicht“ offensichtlich kein Bestandteil seiner Programmierung ist. Nun, selbst das Universum hat einen recht ausgefallenen Humor, den ich immer mal wieder zu spüren bekomme. Insbesondere dann, wenn ich Pläne schmiede, dann steht es schon hinter mir und reibt sich vergnügt die Hände …

Doch zurück zu einem Gottkonzept und was ich davon halte.

In Norddeutschland aufgewachsen gehörte ich von familärer Seite her eher zu den U-Boot-Protestanten. Mal tauchte man auf, um dann wieder lange Zeit in der Versenkung zu verschwinden. Getauft, konfirmiert, zwei Mal kirchlich geheiratet. Die Kinder noch getauft, aber alle drei wollten nicht konfirmiert werden. Das war okay für mich. Warum das alles, wenn der Glaube offenbar doch nicht sehr groß war? Na ja, es war ja fast sicher, dass es keinen Gott gibt – bei dem Chaos, was in der Welt vor sich geht, erschien es mir wie Hohn, an einen liebenden Gott zu glauben, der mehr konfuse Regeln und Strafen in seinem Sack hatte als der Weihnachtsmann Geschenke -, aber das Risiko, nicht in dem Himmel zu kommen, falls da doch was wäre, war einfach zu groß. Tja, das passiert, wenn man macht, was einem die Eltern vorleben oder sagen, ohne es zu hinterfragen oder mal für sich selbst zu denken. Das ist zum Glück für mich vorbei.

Mein eigenes Gefühl Gott gegenüber war immer recht zwiespältig. Ich war nie gläubig (im Sinne der Bibel oder einer anderen Religion) oder Atheist. Es ging eine Weile in Richtung Pan-Atheist, aber so ganz war es auch nicht stimmig. Doch schon sehr früh fühlte ich, das, was uns da von Kirchenseite her erzählt wird, stimmt hinten und vorne nicht. Das macht einfach keinen Sinn. Das klang ähnlich schräg für mich wie Grimms Märchen, wenn die böse Hexe am Ende der Geschichte in ein Fass siedendes Öl mit giftigen Schlangen gesteckt wird. Glaubt da wirklich ein Erwachsener, uns Kindern macht frittierte Schlange Angst? Und was soll sie da? Ein Snack für die Hexe auf ihrer Reise in die Hölle? Na ja, die meisten Eltern wollen so eine Logik natürlich nicht hören …

Dann kam der Tag, an dem wir für unsere Konfirmation unseren Spruch aussuchen sollten. Bis auf einen sprach mich keiner an. Warum dieser eine, konnte ich nicht mal selbst sagen. Aber von allen klang er für mich am wenigsten falsch: „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1 Joh 4,16b)

Wir bekamen ihn auf die Rückseite eines Messingkreuzes geklebt zum Abschied überreicht und interessanterweise ist dieses Kreuz bis heute so ziemlich das einzige Erinnerungsstück aus meiner Jugend. Es hat sich strikt geweigert verlorenzugehen. Im Jahre 2008 bekam ich endlich die Erklärung, warum dieser Spruch unbedingt zu mir und bleiben wollte. In Form eines Mannes mit dem Vornamen Gottlieb, der in mein Leben trat und es komplett auf den Kopf stellte. Was für ein „Zufall“…

Kurz darauf, am Anfang meiner Lektoratstätigkeit arbeitete ich für einen spirituellen Verlag, der auch okkulte Bücher vom Anfang des 20. Jahrhunderts wiederauflegte. Ich hatte damit überhaupt nichts am Hut, aber so ist das halt, wenn man nichts wissen will. Das Wissen kommt zu einem, wenn es Zeit ist. So auch die Spiritualität. Und die dann sogar auch noch in Form eines Schreibauftrages über das Neue Testament. Dazu an anderer Stelle später mehr, wenn es um die Bibel geht.

Meine Meinung über Gott war immer noch recht schwammig. Was meinem Logikempfinden widersprach, war schlicht der Artikel: DER Gott. Männlich. Aber da steht doch gleich am Anfang der Bibel, du sollst dir kein Bildnis von Gott machen. In dem Moment jedoch, wo ich ihm einen männlichen Artikel verpasse, forme ich ein Bild, was, ach wen wundert’s, so wunderbar in das antiquierte männlich dominierte Weltbild passt und einen alten Mann mit wallendem weißen Haar und Rauschebart suggeriert. Nachtigall, ick hör dir trapsen, wenn da man nicht dran gemauschelt wurde …

Auf der Suche nach einer besseren Bezeichnung verfiel ich auf „das Göttliche“. Was allerdings auch noch nicht so richtig stimmig erschien und die Jahre darauf hatte ich eh erst mal genug mit meiner Schattenarbeit zu tun, bevor ich mich erneut auf die Suche nach Gott machte. Nicht dass ich mich freiwillig auf die begeben hätte, oh nein, wer will das schon, wenn Themen unangenehm werden? Und dieses Thema war für mich unangenehm, denn Gott – ich meine, das war was Großes, DAS Größte überhaupt und ich so klein und wertlos …

2018 änderte alles. Es ist einfach an der Zeit zu erkennen, was Sein ist und was Schein war. Wie Manipulationen funktionieren. Wie alles nur einem Zweck dient – Macht. Macht einiger weniger über alle anderen. Wie alles, aber auch wirklich alles, was wir zu glauben wissen oder zu wissen glauben, infiltriert von Lügen und Manipulation ist. Nicht nur die materielle Welt, die Politik, der Lobbyismus, Kriege, Religionen, Kirche oder was außerhalb unseres Planeten vor sich geht. Nein, auch die Lüge von Gott. Eine Lüge, die uns absichtlich soweit von dem, was Gott tatsächlich ist, entfernt hat, das man sich schämt, das nicht früher erkannt zu haben.

Es gibt sie. Diese Macht, die hinter allem steht. Die uns erschaffen hat, die alles erschaffen hat. Die in jedem von uns steckt. Der schöpferische Funke aus der Urquelle. Was ist diese Quelle? Liebe. Reinste Liebe. Sie ist die stärkste Macht im Universum, die jedem freudig zur Verfügung gestellt wird und uns immer zur Verfügung steht mit all der Verstärkung, die wir an unserer Seite haben auf geistiger Ebene.

Erkennt sie in euch. Wie Christus sagte und wie alle Weltreligionen in ihrem Kern aussagen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das bedingt, wir müssen uns zuerst selbst lieben. Uns anerkennen, wertschätzen, uns selbst die Liebe schenken, die wir meist im Außen erwarten. Sie ist die göttliche Kraft, die uns allen geschenkt wurde. Jeder von uns ist ein Schöpferwesen, ein Aspekt Gottes.

„Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1 Joh 4,16b) Und der Kreis schließt sich für mich.

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https://www.mysteryofwords.de/2018/10/04/gott-engel-religion-ich-gott/